Um was für einen „Countdown“ geht es überhaupt? In den letzten 100 Jahren Menschheitsgeschichte wurde so stark in die Natur eingegriffen, dass der Verlust der biologischen Vielfalt immer rasanter voranschreitet. Täglich sterben ca. 150 Arten aus, ohne dass wir genau wissen, welche Folgen dies für das gesamte Ökosystem hat. Somit übersteigt die heutige Rate des globalen Artensterbens die veranschlagte natürliche Sterberate um das hundert- bis tausendfache. In Deutschland sind heute fast 35 Prozent der 48 000 Tierarten und 72 Prozent der Biotope gefährdet.
Da muß doch was gemacht werden!
Genau, da der Rückgang der Biologischen Vielfalt ein globales Phänomen ist, gilt seit dem UN-Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro die Erhaltung der Biologischen Vielfalt als ein zentrales Handlungsziel weltweiter Umweltpolitik des 21. Jahrhunderts. In dem damals verabschiedeten "Übereinkommen über die Biologische Vielfalt" (Convention on Biological Diversity - CBD) wird Vielfalt als eine wesentliche Eigenschaft der Natur aufgefasst, die nicht nur im Hinblick auf Nützlichkeitserwägungen, sondern auch "an sich" wertvoll ist. Die UN-Mitgliedsstaaten haben sich 2002 auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung zur Verpflichtung durchgerungen, bis zum Jahr 2010 ein signifikanten Rückgang des derzeitigen Artensterbens zu erzielen. Die Regierungschefs der EU sind sogar noch weiter gegangen und haben sich 2001 in Göteborg das ambitionierte Ziel gesetzt, dem Biodiversitätsverlust bis 2010 sogar ganz Einhalt zu gebieten
Schön und wo ist jetzt das Problem?
Trotz der Konferenzen und ihrer ambitionierten Beschlüsse sind die dramatischen Folgen des Verlust an biologischer Vielfalt von Politik und Gesellschaft bislang nicht ernst genug genommen worden. Und so dauert das Artensterben unvermindert an. Der amtierende Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, spricht im Bezug auf den „Global Environmental Outlook 4“ aus dem Jahr 2007 von einer dramatischen Beschleunigung des Artensterbens. Ähnliche Besorgnis lässt sich aus dem so genannten Millenium Ecosystem Assessment (2005) herauslesen.
Es handelt sich also um das allbekannte Papiertiger-Phänomen, das Knut und seinen Freunden im Anbetracht seines schwinden Lebensraums und seiner aussterbenden Nahrungsgrundlage nicht weiterhilft.
Zehn, neun, acht.....drei, noch zwei Jahre bis Countdown 2010
Bis zum Jahre 2010 bleibt nicht mehr viel Zeit um die Verpflichtung der Länder, bis 2010 konkrete Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Artenvielfalt umzusetzen! Die von der World Conservation Union (IUCN) ins Leben gerufenen Initiative „Countdown 2010" erinnert die Länder an ihre Versprechen und fordert, dass weitere Schritte unternommen werden, um den gesetzten Zielen gerecht zu werden und sie in entsprechendes Handeln zu übertragen.
Gemeinschaftliche Treibkraft, um die Biodiversität zu retten - Artensterben geht uns alle an!
Die Initiative Countdown 2010 hat in Europa mittlerweile mehr als 100 Partner von nationalen und lokalen Regierungen, über Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Unternehmen. Sie alle haben die Herausforderung angenommen, sich voll für das 2010-Ziel einzusetzen und werben für die Bedeutsamkeit und Umsetzung des 2010-Ziels.
http://www.countdown2010.net/