17 November, 2007 - 12:30
"Furchterregend wie ein Science-Fiction-Film" - so bewertet Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den heute vorgestellten „Synthesereport“ des UN-Klimarates IPCC. Die Erwärmung des Klimasystems sei schon jetzt nicht mehr umkehrbar, heißt es in dem Report, der Grundlage sein wird für die UN-Weltklimakonferenz auf Bali im Dezember.
Der vierte und abschließende Teil des Weltklimaberichts zeigt: Der Klimawandel hat noch dramatischere Folgen als bisher prognostiziert. So eindeutig wie nie zuvor wird der Mensch als Verursacher der Erderwärmung benannt. Der Report mache aber auch klar, so Ban Ki Moon, dass es "realistische und finanzierbare Wege gibt, mit dem Klimawandel umzugehen". Die Gelegenheit dazu hätten
die Politiker bei der Klimakonferenz auf Bali. Er forderte, auf Bali müsse ein "globales Abkommen zwischen allen Nationen" erzielt werden.
Der Bericht wurde von Umweltverbänden ebenso begrüßt wie von den beteiligten Wissenschaftlern und politischen Delegationen. WWF und Greenpeace betonten, man habe nun eine fundierte wissenschaftliche Grundlage und müsse die nötigen politischen Konsequenzen ziehen. Die USA ließen verlauten, man begrüße den Bericht. "Wir haben eine sehr ausgewogene Position erreicht", erklärte die Leiterin der US-Delegation.
Auch Renate Künast, Fraktionsvorsitzende und Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende begrüßten die klare Botschaft des IPCC-Berichtes. Nun dürfe "niemand abseits stehen." Nun sei ein verbindliches Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll nötig, das weit über die Ziele der ersten Kyoto-Phase hinausgeht. "40 Prozent weniger CO2 bis 2020 und 80 Prozent weniger bis 2050 können angesichts der neuen Erkenntnisse des IPCC nur die Untergrenze der deutschen Klimaziele sein."
Scharfe Kritik fand die Klima-Politik der deutschen Bundeskanzlerin. Während diese vom Klimaschutz redet, werden in Deutschland ungebremst Kohlekraftwerke gebaut und Dienstwagen, die besonders viel CO2 ausstoßen, steuerlich gefördert. Beim Tempolimit sei die Bundesregierung vor den Lobbyinteressen eingeknickt. Doch nur, wer im eigenen Land entschlossen handelt, werde in Bali glaubwürdig verhandeln können.
Mehr Informationen:
» Spiegel: Alarmierender Bericht
» FR: "Wenn der Permafrost taut"
» Tagesspiegel: "Klimaschutz ja, aber..."
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